No Description
You can not select more than 25 topics Topics must start with a letter or number, can include dashes ('-') and can be up to 35 characters long.

item.md 4.3KB


title: ‘Lernen im Zeitalter der Digitalisierung’ hero_classes: ‘parallax hero-fullscreen text-light overlay-dark-gradient’ hero_image: kari-shea-1SAnrIxw5OY-unsplash_klein.jpg hide_git_sync_repo_link: false blog_url: /blog show_sidebar: true show_breadcrumbs: true show_pagination: true hide_from_post_list: false taxonomy:

category:
    - blog
tag:
    - Digitalisierung

Lehren und Lernen im Zeitalter der Digitalisierung - Wie ist das zu verstehen?

Unsere Hightech-Gesellschaft benötigt neue Grundfertigkeiten der Selbstorganisation, Selbstregulierung und der Selbstmotivierung durch Selbstkontrolle. Der Schule wird bei diesem Wandel gewissermaßen ein simulatorisches Moment beigemessen. Die Schule kann hierbei den SchülerInnen in einem geschützten Raum das Für und Wider der digitalen Welt vermitteln. Es muss klar definiert werden, wie dieses Moment sinnvoll genutzt werden kann. Der dritte Raum (Cyberspace) eröffnet neue Möglichkeiten – es muss klar definiert werden, über welche Art von Zugang wir als Gestalter und Benutzer des „Weltgedächtnisses“ verfügen, wie wir einen Beitrag leisten und wie wir die medial vermittelte Realität dekodieren.

Gerhard Tulodziecki (2011) hat das positive Potenzial der neuen Medien analysiert und ihr Potenzial einem Fragenkatalog unterworfen. Er stellt fest, dass das Medium als „Informationsquelle und Lernhilfe, als Mittel der Unterhaltung und des künstlerischen Ausdrucks, als Simulationswerkzeug bei Problembearbeitungen und Entscheidungen, als Instrument für Kommunikation und Kooperation sowie als Möglichkeit der Mitgestaltung des Gemeinwesens“ dient. All dies führt Tulodziecki zurück auf philosophische Grundfragen, denen sich auch jeder Präsenzunterricht stets stellen muss:

  • Erkenntnistheorie : Was ist wahr?
  • Pragmatismus : Was ist (im weitesten Sinne) nützlich für den Einzelnen und die Gesellschaft?
  • Ästhetik : Was ist in sich stimmig bzw. im weitesten Sinne schön?
  • Ethik : Welches Handeln ist gerechtfertigt?

Aktuelle Artikel nehmen unsere unreflektierte Anpassung in den Blickwinkel: „ In den siebziger Jahren konnten die meisten Computernutzer die Maschinen noch selbst steuern. Ein blinkender Balken auf einem leeren Bildschirm, mehr war da nicht. Mittlerweile klicken oder drücken wir auf bunte Icons, und auf magische Weise tut die Technik Dinge, die sich jemand anderes vorher ausgedacht hat.“

Dies ist angesichts des gesellschaftlichen Stellenwertes der neuen Medien ein tatsächlich weitreichendes Problem. Die Mediennutzung Jugendlicher ist un­wahr­scheinlich hoch, die reflektiert-produktive Nutzung jedoch erschreckend gering (vgl. mpfs, Studie JIM 2018).

Auch Lehrkräfte lernen ihre Grenzen beim ubiquitous computing kennen und ver­trauen daher lieber auf funktionale analoge Unterrichtsmethoden. Jedoch eröff­nen gerade die Web 2.0-Tools „durch das vielgestaltige Potenzial mit ihren neuartigen technologischen und sozialen Dimensionen erheblich erweiterte Lern- und Bildungspotenziale, die bislang kaum zu realisieren waren. Diese Erweiterung der Art und Weise, wie Fachin- halte vermittelt, strukturiert und erarbeitet werden können, bieten für den Unterricht Chancen, die bislang allerdings erst in Ansätzen genutzt werden.“ Die Nutzung der Technologien ist viel­versprechend – jedoch ist der bloße Einsatz der Technologien nicht das Ziel der modernen Didaktik. Der Einsatz des Mediums Internet per se wird keine Erfolge zeigen – er muss integriert werden in das Kon­zept des digitalen Lernens sowie in di­dak­tische und curriculare Rahmenpläne. Die Nutzung der Werkzeuge des Web 2.0 darf nicht parallel zum Wissenserwerb über den traditionellen Unterricht laufen, sondern muss in den Lernprozess integriert werden, sodass sich den LehrerInnen und SchülerInnen neue Erschließungsmöglichkeiten der Partizipation, Kollaboration und (Anschluss-)Kommunikation für den Stoff eröffnen. Um diese Medienverbünde zu analysieren und um produktiv mit ihnen arbeiten zu können, muss an Schulen eine Vermittlungsgrundlage geschaffen werden, die den SchülerInnen und LehrerInnen einen reflektierten Umgang mit den Medien vermittelt.

Das ist die Grundlage für meine Arbeit mit Schüler*innen. Es geht nicht um spezielle Geräte oder Systeme, sondern darum, flexibel auf technische Gegebenheiten reagieren zu können (z.B. im Arbeitsleben, aber auch im Privaten).